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Das Stupfericher Trinkwasser

Das Stupfericher Trinkwasser

Am 24.01.11 hat sich die FWV-Fraktion mit dem Thema Trinkwasser aus unserer Umfrage 2010 befasst und konnte als kompetenten Ansprechpartner Herrn Schoenthal der Stadtwerke Karlsruhe gewinnen, der uns in einem sehr interessanten Vortag über dieses Thema informierte.

Wir möchten dieses Thema in einem öffentlichen Vortag gerne den Mitbürgern zukommen lassen, wir hoffen, dies demnächst ihnen anbieten zu können.

Stupferich ist als Karlsruher Stadtteil (erstmal) nicht am Wassernetz Karlsruhes angeschlossen, sondern ist Mitglied im Zweckverband Pfinz-Alb-Hügelland. Die Brunnen des Zweckverbandes befinden sich im Bereich Seewiesen (Remchingen) und Breitwiesen (Singen), von dort wird das Wasser in unseren Hochbehälter im Gewann Wengert gepumpt und gelangt von da aus ins Rohrleitungsnetz unseres Ortes und in die Haushalte. Ersatzweise kann auch eine Versorgung vom Hochbehälter Reichenbach aus dem Zweckverband Albgau erfolgen. Tatsächlich ist dies im Moment der Fall, da durch den Ausbau der A8 die Brunnen im Bereich Seewiesen aus Vorsorgemaßnahmen abgeschaltet sind.

Da das Wasser nach der Förderung direkt, ohne weitere Behandlung, ins Leitungsnetz gepumpt wird, ist nach den Verordnungen eine Chlorung erforderlich, um eine Verkeimung des Wassers zu verhindern. Obwohl bei uns kaum mehr Chlor im Wasser ankommt, können wir als Menschen es immer noch riechen, selbst, wenn es messtechnisch kaum mehr nachweisbar ist.

Jetzt die gute Nachricht: Es finden zurzeit Umbaumaßnahmen im Pumpwerk Seewiesen statt, um von der Chlorung auf eine Behandlung des Wassers mit UV-Licht umzustellen. Dadurch werden eventuelle Keime im Wasser abgetötet, auf Chlor kann also zukünftig verzichtet werden, außer, wenn eine Stoßchlorung des Leitungsnetzes erforderlich ist. Ab ca. Mitte 2011 wird die Geruchsbelästigung mit Chlor dann hoffentlich der Vergangenheit angehören, wenn wir wieder Wasser aus dem Bereich Seewiesen bekommen werden.

Nach der Trinkwasserverordnung muss Wasser keimarm, frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein sein. Dies wird durch Kontrollen sichergestellt, die in einem regelmäßigen Turnus durchgeführt werden.

In einer vor einiger Zeit durchgeführten bundesweiten Umfrage hat Karlsruhe mit seinem Trinkwasser den ersten Platz belegt. Da laut Herrn Schönthal das Stupfericher Wasser noch einen Tick besser als das von Karlsruhe ist, können wir uns über die hohe Qualität unseres Wassers freuen, auch wenn zuweilen (noch!) das Chlor als auch die Härte (18,6 °dH) uns dies anders vorkommt.

Zum Thema Kalk und Härte, was von Ihnen in der Umfrage sehr stark als negativ bewertet wurde:

Kalk ist, wie viele andere Stoffe auch, ein natürlicher Bestandteil des Wassers. Negativ fällt uns auf, dass dadurch Verkalkungen im Rohrsystem der Häuser auftritt, mehr Seife benötigt wird und es nach dem Erhitzen z.B. auf dem Tee oder Kaffee als Schlieren erkennbar ist. Positiv ist, dass wir als Menschen die Ionen, die zum Kalk führen, im Stoffwechsel unbedingt benötigt werden, ja wir kaufen sogar Mineralwasser, um uns noch besser mit diesen Stoffen zu versorgen. Es ist sogar erwünscht, dass sich der Kalk (in Maßen) im Rohrleitungssystem ablagert. Es bildet sich dadurch eine Schutzschicht, die das Herauslösen unerwünschter Stoffe aus den Kupferleitungen (früher sogar Bleileitungen) und Kunststoffleitungen verhindert. Verstärkt tritt diese Ablagerung natürlich im Warmwassernetz auf, hier sollte man versuchen, die Temperatur des Warmwassers im Boiler nicht über 60 °C zu halten, besser darunter, das reduziert den chemischen Ablagerungsprozess und spart zudem Energie.

Eine Behandlung, Entkalkung des Wassers ist erst ab 21 °dH angeraten, bringt aber auch Probleme mit sich. Vor kurzem haben die Stadtwerke Karlsruhe einen Blind-Versuch zur Entkalkung des Karlsruher Wassers durchgeführt. Außer einer Kostensteigerung von 10%-20% wird durch das Entfernen der Calcium-Ionen (Kalk, Calciumcarbonat CaCo3 wird durch das Kohlendioxyd der Atmosphäre, das sich im Wasser befindet, zu wasserlöslichem Calcium-Hydrogen-Carbonat umgewandelt, das sich beim Erhitzen wieder in Kalk zurückverwandelt CaCO3 + CO2 + H2O > Ca2+ + 2 HCO3-) durch das Hervortreten anderer Ionen das Wasser aggressiver, löst aus den Leitungen Stoffe leichter heraus und greift Leitungen und Geräte stärker an. Dies wäre auch nicht wünschenswert, vor allem die Industrie würde aufschreien. Zudem würden pro Tag zwei LKW-Ladungen Sand und eine LKW-Ladung Kalkmilch erforderlich. Die Startwerke Karlsruhe sehen also von einer Entkalkung ab. Auch der Zweckverband, der unser Wasser liefert bewertet die Nachteile einer Entkalkung höher als die Vorteile. Wer also trotz der Nachteile sein Wasser entkalken möchte, muß privat aktiv werden.

Ich zitiere mal aus Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserh%C3%A4rte):

Enthärtung durch Ionenaustausch: Ionenaustauscher, die mit Kochsalz regeneriert werden, sind in der Lage, Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen auszutauschen. Dieses Prinzip wird z. B. in Spülmaschinen eingesetzt, um die Heizelemente zu schonen und „Kalkflecken“ auf dem Geschirr zu vermeiden. Gelegentlich wird es auch zur Aufbereitung kleiner Wassermengen, etwa zum Blumengießen oder Teekochen, verwendet.

Vollentsalzung: Eine Vollentsalzung beseitigt nicht nur Härtebildner sondern alle Ionen. Sie wird durch eine Kombination von Kationen- und Anionenaustauscher erreicht. Vollentsalztes Wasser wird überall da eingesetzt, wo Wasser in reiner Form benötigt wird. Die größten Mengen kommen als Kesselspeisewasser zum Einsatz. Ein ähnliches Ergebnis erzielen die Umkehrosmose und die Destillation, bei denen auch nichtionische gelöste Feststoffe entfernt werden.

Andere Methoden: Die Komplexbildung mit Polyphosphaten vermindert die Härte, führt jedoch zur Überdüngung von Oberflächengewässer. Waschmittel enthalten oft noch in kleinen Mengen Komplexbildner, die Enthärtung erfolgt jedoch heute im Wesentlichen durch Kationenaustauscher wie Zeolith A. Damit werden die Bildung von Kalkseifen verhindert, die Stabilität der für den Waschgang notwendigen Emulsion erhöht und die Heizelemente der Waschmaschine geschont.

Es gibt noch die Nanofiltration, die in kleineren Wasserwerken eingesetzt wird.

Kleiner Tip: Perlatoren an den Wasserhähnen (am Besten die aus Kunststoff) lassen sich leicht unter fließendem Wasser durch leichtes Walken vom Kalk reinigen und wiederverwenden.

Auch die Opferanode im Boiler sollte regelmäßig überprüft und ggf. ausgetauscht werden.

Das sollten wir als Konsumenten noch beachten:

Entnehmen Sie Wasser zum Trinken und Kochen nur aus dem Kaltwasserhahn, da sich Wasser in den Rohren der Warmwasserinstallation nachteilig verändern kann.

Lassen Sie zum Trinken und Kochen das abgestandene Wasser ablaufen. Wenn das Wasser in den Rohren der Hausinstallation mehrer Stunden steht, kann sich die Wasserqualität nachteilig verändern. Dieses sogenannte Stagnationswasser sollten Sie solange ablaufen lassen, bis fühlbar kühleres, frisches Wasser nachfließt.

Lassen Sie bei verchromten Wasserhähnen stets den ersten Schwall Wasser ablaufen, da dieses Wasser einen erhöhten Gehalt an Nickel aufweisen kann und deshalb für Personen mit Nickelallergie unverträglich sein kann.

Die FWV-Fraktion im Ortschaftsrat Stupferich ist ihrem in der Umfrage geäußerten Wunsch nach Veröffentlichung der Analysewerte unseres Wassers nachgekommen und hat einen entsprechenden Antrag auf Veröffentlichung im Mitteilungsblatt gestellt, sobald neue Werte verfügbar sind.

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