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Gemeinsam nach Lösungen gegen knappen Wohnraum suchen

Bei "Akteurstreffen Wohnungsbau" unter Vorsitz von OB Mentrup trat Stadt in Dialog mit Vertretern der Wohnungswirtschaft

Karlsruhe erfreut sich als Wohnstandort seit Jahren wachsender Beliebtheit. Unterschiedliche Bevölkerungsgruppen - Studierende, Berufsanfänger, Familien mit Kindern - finden das urbane Leben attraktiv wie nie zuvor. Mit der Konsequenz, dass Wohnungen in Karlsruhe seit Jahren immer knapper und teurer werden. Vor diesem Hintergrund hatte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am vergangenen Freitag rund 75 Vertreterinnen und Vertreter der Wohnungswirtschaft zu einem "Akteurstreffen Wohnungsbau" ins Haus der Wirtschaft der IHK Karlsruhe eingeladen, um gemeinsam in drei Arbeitsgruppen vertieft über Lösungen für die Wohnungsengpässe in der Stadt zu diskutieren.

OB Mentrup verwies in seinem Eingangsreferat auf die Fakten: Die hohe Attraktivität Karlsruhes als Wirtschafts- und Bildungsstandort hat zu einer Zunahme der Bevölkerung in Karlsruhe zwischen 2010 und 2015 um rund 13.000 Personen geführt. Mit massiven Anstrengungen konnten vor allem auf den großen Konversionsflächen in Knielingen und Neureut zwischen 2005 und 2015 etwa 4.800 neue Wohneinheiten fertiggestellt werden. Nach der neuesten Bevölkerungsprognose des Amts für Stadtentwicklung sei aber bis 2035 mit bis zu 37.400 weiteren Neubürgerinnen und Neubürgern zu rechnen. Dafür reiche das Wohnbauflächenpotential von rund 12.000 Wohneinheiten, das die Stadt habe, aber nicht aus.

Hochrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln kommen zu dem Ergebnis, dass in Karlsruhe bis 2030 etwa 20.000 neue Wohnungen gebaut werden müssten, damit sich die Wohnungsmarktsituation in der Fächerstadt entspannt. Vor diesem Hintergrund appellierte Mentrup an die Wohnungsbauakteure: „Angesichts der skizzierten Herausforderungen sollten Stadt und Marktakteure gemeinsam Antworten auf die drängendsten Fragen und Probleme erarbeiten.“

Bearbeitungsdauer von Anträgen reduzieren

Im Anschluss diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Themen in moderierten Arbeitsgruppen und entwickelten konkrete Handlungsempfehlungen. Dabei lag ein Fokus auf den Laufzeiten von Baugenehmigungsverfahren. Die Verwaltung arbeitet daran, Prozessabläufe zu straffen und zu rationalisieren. Gleichzeitig sei aber auch von Seiten der Vorhabenträger darauf zu achten, möglichst vollständige Anträge einzureichen, wodurch sich die Bearbeitungsdauer effektiv reduziert. Wenn die Stadt allzu lückenhafte Anträge direkt zurückreicht, schafft das mehr Zeit für eine schnellere Bearbeitung der vollständigen Anträge, so die Erkenntnis. 

Hinsichtlich der Nachverdichtung im Bestand wurde deutlich, dass sich Projektentwickler und Investoren hier vor allem durch die aus ihrer Sicht häufig restriktive Auslegung von Denkmalschutzauflagen in der Schaffung neuen Wohnraums begrenzt sehen, ein Aspekt, der rechtliche Grenzen für Vorhaben im Bestand aufzeigt. Darüber hinaus gestalte sich gerade beim Bauen im Bestand die Verpflichtung, genügend Stellplätze nachzuweisen, als äußerst schwierig, teuer und langwierig. Eine Möglichkeit, Investoren und Entwickler bei der Schaffung neuen Wohnraums zu unterstützen und Realisierungszeiträume zu verkürzen, könnte nach Vorschlag der Teilnehmerinnen und Teilnehmer  in der Einrichtung von sogenannten Lotsen bestehen, die die Vorhabenträger den gesamten Antrags- und Genehmigungsprozess hinweg durch die einzelnen Stationen der Verwaltung begleiten und beraten.

Prozessabläufe weiter optimieren

Im Hinblick auf die Schaffung von Sozialmietwohnungen beklagten Bauträger und Investoren, dass sich eine Mietpreisreduzierung bei der Vermietung von Sozialwohnungen im Zuge der in den letzten Jahren stark gestiegenen Kosten durch gesetzliche Vorgaben und Auflagen (vor allem Stellplatz- und Energieauflagen) trotz kommunaler Förderung kaum noch wirtschaftlich darstellen ließen. Deshalb bestand bei allen Beteiligten Konsens darüber, dass mit dem Bau von Sozialmietwohnungen auch die Ausweitung des Angebots an neuen Wohnbauflächen auf dem freien Markt einhergehen sollte, um am wirksamsten gegen die angespannte Situation auf dem Karlsruher Wohnungsmarkt vorzugehen.

In seinem abschließenden Resümee bedankte sich OB Mentrup für die vielen wertvollen Ideen und Vorschläge. Er werde mit der Verwaltung in den kommenden Monaten vor allem daran arbeiten, Prozessabläufe weiter zu optimieren, um so Planungs- und Realisierungszeiträume und damit letztlich Baukosten zu reduzieren. Mit dem Gemeinderat wolle er aber in jedem Fall das Thema Stellplatzverordnung neu diskutieren und gegebenenfalls über Parkkonzepte für ganze Quartiere neue Wege beschreiten.

An die Immobilienwirtschaft appellierte Dr. Mentrup, ihre  Planungen besser vorzubereiten, damit Anträge vollständig eingereicht würden und zügig bearbeitet werden könnten. Insgesamt sei es das Ziel, durch den weiteren Dialog mit den Wohnungsbauakteuren zu „berechenbareren und transparenteren Prozessen für beide Seiten“ zu gelangen.

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