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Bürgerforum: Zusammenspiel von Mensch, Tier und Pflanzen zukunftsfähig machen

Präsentation im Bürgerforum: Leitmotiv Wasser
Präsentation im Bürgerforum: Leitmotiv Wasser

Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten: Stadt informierte aus den Projektgruppen/ Dialog an den Thementischen

„Der Zoologische Stadtgarten ist ein ganz besonderes Kleinod - und ein ganz besonders emotionales Thema“, ist sich Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup der Bedeutung der Aufgabe bewusst, die Anlage in die Zukunft zu führen. Damit sie für Karlsruherinnen und Karlsruher sowie Gäste gleichermaßen attraktiv bleibt, „müssen wir einiges verändern“, so Frank Mentrup beim Bürgerforum zum Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten. Allein, um einen Zoo zu leiten, muss man 32 europäische Richtlinien, Gesetzte und Verordnungen befolgen, darunter etwa das Säugetiergutachten, das Anforderungen an eine Weiterentwicklung bei der Tierhaltung stellt. Im Parkbereich wiederum setzt der Denkmalschutz enge Grenzen. Ziel sei, so Mentrup, mit einer Gesamtschau das Zusammenspiel von Tieren, Menschen und Pflanzen zukunftsfähig zu machen.

Was hierzu sechs städtische Projektgruppen auch mit externen Fachleuten vorgedacht, haben, haben die Projektbeteiligten letzte Woche den rund 170 Besucherinnen und Besuchern des Forums vorgestellt, um so ein Stimmungsbild aus der Bürgerschaft für die weitere Arbeit zu erhalten.

Bürgerumfrage: Mehrheit ist mit bestehender Anlage zufrieden

Bereits über den in der Bürgerumfrage 2015 enthaltenen Frageblock zum Zoologischen Stadtgarten (ZSG) hatte sich die Stadt ein Feedback zur Weiterentwicklung der Anlage von den insgesamt rund 2000 Befragten geben lassen. Danach besucht jeder zweite den ZSG ein oder mehrfach im Jahr. Rund zwei Drittel schätzt die Kombination aus Zoo und Stadtgarten, der überwiegende Teil (84 Prozent) möchte an der Aufteilung der Flächen von Zoo und Parkbereich nichts ändern. Auch bei Fragen zum Anteil heimischer Tiere/Tieren aus allen Kontinenten oder beim Verhältnis zwischen den Spiel- und eher ruhigen Ecken im Parkbereich sieht die Mehrheit keinen Änderungsbedarf. Mit Prozentanteilen zwischen 11 und 33 Prozent möchte man die Anteile von heimischen und nicht heimischen Tieren verändern oder auch die Tierarten zugunsten größerer Gehege reduzieren bzw. weniger große Tiere halten, um kleineren Tieren mehr Platz zu bieten. Im Grünbereich wollen zwischen rund 8 und gut 14 Prozent die Anlage mehr zum Toben nutzen, mehr mit Blumen gestalten, aber auch mehr ruhigere Bereiche zum Genießen der Pflanzen werden gewünscht

Leitthema Wasser

Im Forum vorgestellt wurde die analytische Draufsicht auf die Flächen. Feststellung: Wasser spiegelt sich in der Anlage in vielen Facetten wider - mit Japangarten, Gondolettabooten, dem Lauterberg als Wasserspeicher, dem Exotenhaus mit Flusslandschaft bis hin zu Lebensraum Wasser und Bergwelt Himalaya mit Nebelwald und ariden Lebensräumen. Wasser ist verbindendes Element zwischen Zoo und Stadtgarten: Warum also nicht ein Leitmotiv „Wasser“ als Alleinstellungsmerkmal?

Handlungsbedarf bei der Technik der älteren Gebäude

Bei den Tieranlagen genügt etwa das Affenhaus nicht mehr den Anforderungen, die etwa aus dem Säugetiergutachten abzuleiten sind. Und: Die „Kachelarchitektur“ der Gehege möchten die Besucher nicht sehen. Auch dem „Service von Anfang“ an, galt der Fokus: Kassen mit Information, Sanitäreinheit oder auch Gastronomie. Was braucht man, um den Besuch als entspannten, gut organisierten und lehrreichen Aufenthalt zu erleben? Hier in der Bearbeitung sind Informationssysteme, Wegeführung zum ZSG und in der Anlage selbst oder auch Wissensvermittlung - mit klassischen und neueren medialen Elementen. Aufgabenstellungen auch: Neue Zielgruppen erschließen, mit einem Mehr an Angebot zur Refinanzierung beitragen. Nicht zuletzt sind die Bedürfnisse der Menschen hinter den Kulissen zu betrachten, deren Arbeitsbedingungen im ZSG.

Aktueller Handlungsbedarf besteht bei der Technik bei allen älteren Gebäuden - etwa Affen-, Raubkatzen und Dickhäuterhaus, Kasse Süd und Nord, Kiosk Wolffanlage oder auch Wirtschaftsgebäude. Eine weitere Erkenntnis: Der Zoo ist professionell im Tierbereich unterwegs, gleiches gilt für das Gartenbauamt beim Stadtgarten. Nicht immer optimal laufen die ämterübergreifenden „zentralen Dienste“ - Veranstaltungsmanagement, Marketing, Serviceleistungen wie Reinigungsdienste und Ticketverkauf, Wissensvermittlung sowie Handwerksdienste oder auch Bauunterhaltung. Ein Aspekt, der bei der künftigen Organisationsstruktur Beachtung finden wird.

Nach dem Infoblock konnten Forumsteilnehmer das Gespräch an drei Thementischen suchen und dort ihre Lieblingsthemen hinterlegen, die das nächste Mal weiter besprochen werden sollten. Während man beim Thementisch Erlebnisvermittlung eher ein generelles Grundinteresse an allen Aspekten signalisierte, lag der Fokus bei der Flächensystematik bei „Tiergehege groß und naturnah gestalten“ und beim Baukonzept auf „Besucher und Tiere sollen sich gleichermaßen wohlfühlen“. Bei den Anmerkungskärtchen reichten die Kommentare von „so lassen wie es ist“, über vegane Speisen und Tierrettungspark bis zu einem Leitmotiv für den Zoo, einem Fischsteg bei den Karpfen, mehr Bollerwagen, Toiletten am Südeingang und ökologischen Gesichtspunkten bei Gebäudesanierungen.

„Auf diesem geschaffenen breiten Fundament wollen wir die Entscheidungen für die Zukunft aufbauen“, hatte Mentrup eingangs betont. „Wenn sich so viele Menschen für die Anlage interessieren, wird das Projekt sicher einen guten Weg gehen“, war der neue Zooleiter Dr. Matthias Reinschmidt zuversichtlich, er werde sich in den Prozess gerne mit weiteren Ideen einbringen. Gartenbauamtsleiter Helmut Kern betonte beim Forum, dass er seinen Part darin sehe, das „Juwel“ der gärtnerischen Leistung als Naherholung zu bewahren.

Den Prozess weiter begleiten

Was bisher passiert ist und vertiefende Informationen finden Interessierte auf der Projektseite www.karlsruhe.de/zoostadtgarten-ek, die auch über die Homepage des Zoologischen Stadtgartens www.karlsruhe.de/zsg zu finden ist. Das Projektteam ist per Mail über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu erreichen. Das nächste Bürgerforum ist für Herbst dieses Jahres geplant. Bis Ende des Jahres soll das fertige Konzept vorliegen.

Weitere Informationen

Projektseite Entwicklungskonzept Zoologischer Stadtgarten

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