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"Forum Zoo Karlsruhe" ermöglichte "strukturierte Stoffsammlung"

Bürgermeister Obert: Bipolarität Zoo - Stadtgarten ist gesetzt/Ziel: Wohlgefühl für Besucher - Respekt vor den Tieren

Der Zoologische Stadtgarten soll auch in Zukunft ein attraktiver Anziehungspunkt für Menschen in Karlsruhe und Besucher der Stadt bleiben. Um auf Kurs zu bleiben und die Weichenstellung für die Weiterentwicklung dieser 23 Hektar großen Freizeit- und Erholungsoase mitten in der Stadt vorzubereiten, tauschten sich Mitglieder des Gemeinderats, Fachleute der Verwaltung und externe Berater am gestrigen Dienstag, 14. Oktober, knappe fünf Stunden lang unter Vorsitz von Bürgermeister Michael Obert über Anforderungen an einen Zoo der Zukunft aus. "Das 'Forum Zoo Karlsruhe' versteht sich als strukturierte Stoffsammlung, um über die künftige Struktur unseres Zoos entscheiden zu können", gab Obert die Richtung vor. Dabei sei die "Bipolarität" von Zoo und Stadtgarten "als Wert in der Bevölkerung geschätzt" und als Einheit "gesetzt".

 Als zentrale Elemente für einen - auch wirtschaftlich - erfolgreichen Zoo nannten die  Zoodirektoren aus Hannover, Klaus-Michael Machens, und Münster, Jörg Adler, das "Wohlgefühl" der Besucher (Machens) und den "Respekt vor den Tieren" (Adler). "Wir müssen Erlebniswelten schaffen", zeigte sich Machens überzeugt, bei denen nach Adler "weniger mehr ist", auch weil die Besucher dem Thema Tierhaltung in Zoos zunehmend kritischer gegenüberstünden. So lege das "Säugetiergutachten"  neue Rahmenbedingungen für die Haltung von Zootieren fest, die vor allem die Anforderungen an Flächen, Behausungen und Einrichtungen von Gehegen vergrößert habe. Dieses Gutachten sei zwar nicht rechtsverbindlich, lege aber die Basis für die von Veterinärärzten zu erteilende Betriebsgenehmigung für neue Anlagen oder den Um- und Ausbau bereits bestehender Gehege.

 Nach diesem Gutachten ist auch der Zoo Karlsruhe nicht mehr uneingeschränkt geeignet, Tierarten wie Elefanten, Schimpansen, Seelöwen, Giraffen oder Flusspferde zu halten, erläuterte Dr. Clemens Becker als kommissarischer Zoodirektor. Für Bürgermeister Obert hat aus diesem Grund das "Zookonzept aus dem Jahre 2007 auch keine langfristige Perspektive". Die Weiterentwicklung müsse "flexible Reaktionen" auf neue Anforderungen erlauben. Als Beispiel nannte Becker die Umwidmung der bestehenden Elefantenanlage mit ihren begrenzten Flächen in eine Residenz für betagte Elefantenkühe aus anderen Zoos oder auch Zirkussen.

 Dass stimmige Konzepte, angepasst auf die örtlichen Gegebenheiten, attraktive Angebote ermöglichen, belegen die Besucherzahlen in Hannover - nach zehn Jahren Steigerung von 600.000 auf derzeit 1,6 Millionen Menschen pro Jahr, bei einem Eintrittspreis von 25 Euro pro Tageskarte - und Münster - Anstieg von 750.000 auf knapp eine Million. Der Karlsruher Zoo mit seinen neun Hektar Fläche kann dabei mit heute schon knapp 1,4 Millionen Besuchern im Jahr gut mithalten.

 Derzeit bereitet sich der Zoo auf sein 150-Jahr-Jubiläum im kommenden Jahr vor, mit der zentralen Veranstaltung Anfang August. Das Exotenhaus wird bis dahin seine Anziehungskraft entfaltet haben, Bollerwagen und Picknickeinheiten werden jetzt schon von Familien gerne genutzt, ein Maskottchen soll dem Zoo bis dahin dann auch als sympathischer Botschafter zur Seite stehen, und Kinder sollen sich in "Zooforscher" verwandeln können. "Wir werden daneben natürlich auch auf die Vorschläge und Anregungen eingehen, die uns über die lokale Tageszeitung oder auch direkt im Zoo erreichen", verspricht Bürgermeister Obert, macht allerdings darauf aufmerksam, dass diese sich zum Teil gegenseitig ausschließen. Eines nimmt er aus dem "Forum Zoo Karlsruhe" auch mit: "Die Ausschreibung für die Person an der Spitze des Zoos soll bald auf den Weg gebracht werden".

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