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Partnerschaft trotz frostiger politischer Großwetterlage pflegen

Karlsruher Delegationen beim Stadtgeburtstag in Krasnodar

Zum Stadtgeburtstag Krasnodars war Ende September eine Gruppe Stadträtinnen und Stadträte sowie Vertreter städtischer Ämter unter Leitung von Erstem Bürgermeister Wolfram Jäger in Krasnodar. Der dortige Oberbürgermeister Wladimir Evlanov freute sich sehr, dass die Karlsruher Delegation trotz der politisch angespannten Situation nach Krasnodar gekommen sei. Er erwidert den Besuch traditionell Ende diesen Monats mit einer städtischen Delegation, wenn sich Krasnodar bei der Verbrauchermesse offerta präsentiert.

Aus Karlsruhe waren auch eine Reisegruppe der Freundschaftsgesellschaft, Delegationen des Klinikums und des Stadtjugendausschusses sowie eine Wirtschaftsdelegation unter Führung der IHK nach Krasnodar gekommen. Evlanov bedankte sich sehr dafür, dass die Beziehungen zwischen Karlsruhe und Krasnodar weiterhin blühen. Durch die über 22 Jahre gewachsene Freundschaft sei eine große Vertrauensbasis gewachsen. Hieran möchte Krasnodar gemeinsam mit Karlsruhe aktiv weiterarbeiten.

Auch der Vertreter für den Raum Krasnodar bei der Deutschen Botschaft in Moskau, Holger Kolley, lobte die Beziehungen als eine der erfolgreichsten deutsch-russischen Partnerschaften „mit einer sehr starke Eigendynamik“. Dies sei ein wesentlicher Verdienst der Oberbürgermeister und der Intensität der Beziehungen zwischen den Bürgern, der Wirtschaft und der Institutionen. Für die Deutsche Botschaft sei es keine Frage gewesen, ob Karlsruhe zu den Feierlichkeiten nach Krasnodar kommt.

EB Jäger machte deutlich, dass Freundschaft nicht selbstverständlich hingenommen werden dürfe, sondern gepflegt werden müsse. Gerade in der gegenwärtigen Situation sei es notwendig, dass Brücken erhalten bleiben und „der Dialog zwischen unseren Städten fortgesetzt wird“.

Neben den Feierlichkeiten zum Stadtgeburtstag standen auch Besuche bei deutschen Firmen in Krasnodar auf dem Programm. Und die Besichtigung der Baustelle für ein neues Fußballstadion und ein Fußballinternat. Das Stadion, das von einem türkischen Investor gebaut wird, hat eine Kapazität von 35.000 Zuschauern, kostet 240 Millionen Euro und soll im Oktober 2015 eröffnet werden.

Thema war neben vielem anderem auch die Frage, wie sich die Sanktionen auf die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen auswirkten: Lachs komme nicht mehr aus Norwegen, sondern aus Chile, Rindfleisch aus Argentinien. Wirtschaftsvertreter warnten vor weitergehenden Sanktionen. Betrieben, die dadurch aus dem russischen Markt verdrängt würden, verschlösse sich für immer der Wiedereintritt.

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