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Frieden und Krieg ist Thema der 22. Europäischen Kulturtage Karlsruhe

Festival vom 7. bis 25. Mai / Programmleporello informiert über 100 Veranstaltungen

In Karlsruhe finden vom 7. bis 25. Mai mehr als 100 Veranstaltungen zum Thema "2014 - 1914 Frieden + Krieg" statt. Die Stadt Karlsruhe und das Badische Staatstheater Karlsruhe stellen als Veranstalter der 22. Europäischen Kulturtage gemeinsam mit über 30 Karlsruher Partnern aus Kultur, Politik und Wissenschaft den Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren in den Mittelpunkt des Festivals.

Das Motto „2014–1914 / Frieden + Krieg“ richtet dabei den Blick nicht nur auf die Geschichte, sondern auch auf die Gegenwart. Alle 100 Veranstaltungen wie Ausstellungen, Schauspiele, Opern, Konzerte, Lesungen, Filme und Vorträge listet das jetzt erschienene Programm Leporello auf.  Am 7. Mai werden die 22. Europäischen Kulturtage von Staatssekretär Jürgen Walter und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup eröffnet. Nach einem Vortrag von Prof. Dr. Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, stimmen Ausschnitte aus dem Volkstheater-Projekt „100 Dokumente des Staatstheaters“ und ausgewählte Beiträge weiterer lokaler Kulturinstitutionen auf das Festival ein.

Das Projekt Mémoires Perdues holt in Installationen, Videos und künstlerischen Aktionen in die Gegenwart, was die Geschichte über den Krieg in Karlsruhe erzählt – oder was sie verschweigt.

Die stadthistorische Doppelausstellung „Der Krieg daheim. Karlsruhe 1914–1918“ im Stadtmuseum im Prinz-Max-Palais und im Pfinzgaumuseum zeigt, welche Herausforderungen die Menschen an der „Heimatfront“ zu bestehen hatten. Die Haltung der Evangelischen Kirche in Baden rückt eine Ausstellung in der Krypta der Stadtkirche am Marktplatz mit dem Titel „Krieg: In Gottes Namen 1914-1918“ in den Mittelpunkt zum Thema Krieg.

Am Beispiel zeitgenössischer Kunstwerke, die neue Strategien wie GPS-Ortung sowie den Transfer von militärischem Wissen in die zivile Alltagswelt thematisieren, zeigt Mapping Spaces im ZKM parallele Entwicklungen in der jüngsten Medien- und Kunstgeschichte auf.

Die Begeisterung vieler Künstler legte sich nach Kriegsbeginn rasch. In der Ausstellung „Zerschossene Illusionen“ zeigt die Staatliche Kunsthalle Arbeiten von Max Beckmann, Otto Dix und anderen, in denen die Künstler ihre Kriegserfahrungen verarbeiteten.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich das Verhältnis zwischen Deutschland und Frankreich verändert. Erstmals haben das Generallandesarchiv Karlsruhe und die Archives Départementales du Haut-Rhin eine gemeinsame Wanderausstellung erarbeitet, die zeitgleich in Karlsruhe und Colmar beginnt. „Menschen im Krieg. 1914–1918 am Oberrhein“ stellt 31 private Biographien vor.

„Die deutsche Feldpresse 1914/1918“ titelt die Ausstellung der Badischen Landesbibliothek, die neben von Soldaten redigierte Zeitungen wie „Die Feldgraue oder „Vogesenwacht“ ablenkende Lektüre oder praktische Ratgeber präsentiert.

Das Schauspiel am Badischen Staatstheater startet mit dem 1917–1919 geschriebenen expressionistischen Drama „Gas I & II“ von Georg Kaiser, dessen Inszenierung in Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen 2013 entstand. In der Uraufführung „100 Dokumente“ erzählen 100 Karlsruherinnen und Karlsruher von den Geschichten und Konflikten hinter persönlichen Dokumenten. Das Live-Hörspiel „Billy Bishop steigt auf“, ein Episoden-Musical über einen kanadischen Kriegsflieger, entsteht in Kooperation mit dem SWR. Als Auftragswerk bringen junge europäische Autoren aus Karlsruhes Partnerstädten Nottingham, Temeswar, Nancy, Krasnodar und aus Rijeka ihre aktuellen„Kriegserklärungen“zu Gehör. Strawinskys und Ramuz‘ Musiktheater „Die Geschichte vom Soldaten“ entstand 1917. Das Werk für Kammerorchester, Schauspieler, Sänger und eine Tänzerin wird multimedial inszeniert von Daniel Pfluger. Der französische Regisseur Pascal Rambert versetzt den Zuschauer mitten in einen Krieg der Geschlechter. „Clôture de l’amour“ ist als Gastspiel in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln erstmals in Deutschland zu erleben.

Zwei politische Opern zu den Folgen des Ersten Weltkriegs werden im Großen Haus des Staatstheaters aufgeführt: „Doctor Atomic“ über den Physiker Robert Oppenheimer und die Erfindung der Atombombe 1945 und „Die Passagierin“ über die Begegnung einer ehemaligen KZ-Gefangenen mit ihrer Wärterin.

Die Badische Staatskapelle verbindet im 7. Sinfoniekonzert und im 4. Sonderkonzert Komponisten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges wie Anton Webern, Arnold Schönberg und Alban Berg und die an der West- bzw. Ostfront gefallenen George Butterworth und Rudi Stephan.

Das Wandelkonzert „Nachtklänge 2“ führt in sonst nicht zugängliche Räume des Staatstheaters. Drei Komponisten aus der Türkei, Frankreich und Deutschland stellen ihre Sicht auf die Thematik von Frieden und Krieg vor. Die Chöre der Christuskirche und die Kammerphilharmonie widmen sich sinfonischen Chorwerken von Max Reger und Frank Martin. Der Bachchor Karlsruhe, Cantus Juvenum und die Camerata 2000 führen zum Finale der Kulturtage Benjamin Brittens „War Requiem“ auf, das auf Texte des im Ersten Weltkrieg gefallenen Dichters Wilfred Owen basiert.

Die Kinemathek zeigt unter dem Motto Kino zwischen Krieg und Frieden historische und zeitgenössische Filme, wie „The Heart of Humanity“ von Allen Holubar (1919) oder „The Messenger - die letzte Nachricht“ (2009) von Oren Moverman. Der Dokumentarfilm „Der Krieg im Gebirge“, unterlegt mit neuer großer Orchestermusik von Jorge E. Lopez, ist in Kooperation mit dem ZKM in der Staatlichen Hochschule für Gestaltung zu sehen.

Unter den zahlreichen Vorträgen, die zum Thema des Ersten Weltkrieges gehalten werden, stehen drei in besonderem Zusammenhang mit dem Thema Frieden und Friedenswahrung/-sicherung: Professor Voßkuhle spricht zur Eröffnung, später zieht Dr. Joachim Nagel, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, Lehren aus historischen Währungskooperationen und Währungsunionen in Europa. Über Friedenssicherung durch Völkerstrafrecht spricht Christoph Flügge, Richter am Internationalen Strafgerichtshof, am letzten Tag des Festivals.

Das Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale des KIT untersucht im wissenschaftlichen Symposium „Immer noch: Krieg! Vom Giftgas zur Drohne“ die Frage nach der Ethik der Wissenschaft und militärischen Forschung.

Das Vermittlungsprogramm Baustelle Frieden wendet sich an Kinder und Jugendliche. Eine eigene Publikation dazu erscheint im März. Lesungen, Führungen und viele weitere Programmpunkte sind im Leporello beschrieben, der ab sofort in den beteiligten Kulturinstitutionen ausliegt. Eine französische Version ist in Vorbereitung. Ausführliche Informationen stehen im Programmbuch, das Ende März erscheint. Ergänzende Auskünfte, auch über weitere Veranstaltungen rechts und links des Rheins, sind auf www.europaeische-kulturtage.de abrufbar.

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