25 | 09 | 2017
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Stupfericher Feuerwehrleiter aus dem Jahre 1937 restauriert

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Die alte Feuerwehr Anhängeleiter aus dem Jahre 1937 in neuem Glanz

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Der langjährige Stupfericher Feuerwehrkommandant Ludwig Kast prüft das Pendel, das sowohl anzeigt, ob die Leiter im Wasser ausgerichtet ist wie auch den Stellwinkel und die jeweilige Tragkraft der Leiter darstellt. Einfach und robust.

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Die stolzen Macher: Ludwig Kast und Herbert Fleck

Nach dem massiven Arbeitseinsatz in Sachen Rettungstafeln im Herbst 2009 (wir berichteten) landeten die beiden Stupfericher Feuerwehrmänner, Ludwig Kast und Herbert Fleck, nun bereits Anfang des Jahres 2010 einen neuen Coup:

So leisteten nun die beiden weitere 120 Stunden ehrenamtliche Arbeit, um die alte, 12 Meter lange, Stupfericher Feuerwehrleiter vom Karlsruher Hersteller Carl Metz aus dem Jahre 1937 wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Durch die großzügige Spende des Stupfericher Malermeisters Manfred Gräber, der auf seine Kosten die notwendigen Arbeitsmittel und Farben besorgte, konnten die beiden Anfang Februar diesen Jahres loslegen.
Zuerst wurde die gesamte Leiter mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Danach wurden sowohl die Holzleiter als auch alle Metallteile mühevoll überwiegend per Hand abgeschliffen.
Fast am meisten Arbeit machte nun das abkleben, um die Lacke passgenau aufbringen zu können und nichts zu verschmieren.
Die Holzleiter wurde danach mehrfach lasiert, um die schöne Maserung zu erhalten. Der Metallaufbau wie auch die Räder wurden ebenfalls mehrfach gestrichen, hier aber wurde das typische Feuerwehrrot in RAL 3000 verwendet.

Herbert Fleck, der dieses Jahr 80 Jahre alt wird, erinnert sich noch gut an eine lang zurückliegende Begebenheit mit dieser Leiter. Es muss so 1942 oder 1943 gewesen sein, er war noch in der Schule und es war noch Krieg.
Der damalige Stupfericher Lehrer, Herr Thomas, benutzte die Leiter, um die Wirkung einer Brandbombe zu demonstrieren. So wurde die Leiter auf dem alten Stupfericher Schulhof aufgestellt und auf ihre volle Länge von 12 Metern ausgefahren.
Nun nahm Herr Thomas eine jener damals sehr gefürchteten, nur ca. 2 kg leichten, britischen Stabbrandbomben, die er als Blindgänger gefunden hatte, unter den Arm und kletterte die Leiter ganz hinauf. Von dort lies er sie dann mutig auf den Schulhof fallen, so dass durch die Wucht des Aufpralls der Zünder eingeschlagen wurde. Behende kletterte er sofort wieder hinunter und nahm die Bombe vor den staunenden Augen der zahlreichen Stupfericher Zuschauer in die Hand um sie gleich an sicherer Stelle beiseite zu legen. Dort fing sie dann nach kurzer Zeit unlöschbar für mehrere Minuten lang heftig an zu brennen. (So wurde die Wirkungsweise dieser Waffe sichtbar, die träge und ohne Explosion, allein durch ihr nicht zu löschendes Feuer, millionenfach über Deutschland abgeworfen verheerende Schäden überwiegend in unseren Altstädten anrichtete. Allein über Dresden wurden von den Engländern während eines einzigen Luftangriffes mehr als 650.000 dieser Brandbomben abgeworfen. Anmerkung der Redaktion)

Am 30. April 2010 wird die Leiter nun erstmals nach der Renovierung nicht nur gezeigt, sondern auch gleich deren Funktionalität demonstriert. Traditionell wird ja an diesem Termin der Stupfericher Maibaum gestellt. Nach dem Aufrichten dessen müssen die Sicherungsseile oben gelöst werden. Für diese Aufgabe wird nun die Leiter zum Einsatz kommen. Wir dürfen gespannt sein.

Im Jahre 2011 feiert die Stupfericher Freiwillige Feuerwehr ihr 75-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass wird dann die Leiter in ansprechender Art und Weise präsentiert.

Da im Feuerwehrhaus kein Platz ist, liegt gottseidank ein privates Angebot vor, die Leiter sicher und trocken aufzubewahren.

Eine tolle Sache, die wieder einmal zeigt, was engagierter Bürgereinsatz zustande bringt, um die faszinierende Technik vergangener Tage für unsere Kinder zu bewahren. Stupferich.org bedankt sich ausdrücklich bei den Akteuren dafür.

Fotos und Text: Samuel Degen

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